Home » Annahme: Phänomenale Welten als Materieformen

Annahme: Phänomenale Welten als Materieformen

Es werden 4 Materieformen differenziert betrachtet und deren evolutive Entwicklung nach gemeinsamen Mustern analysiert. Diese Materieformen werden Phänomenale Welten genannt:

die Quantenwelt – die Welt der Teilchen

die stoffliche-makrokosmische – die klassische Welt

das Leben – die Welt der Lebewesen

die Zivilisation – die Welt der Gemeinschaften.


Russian Dolls. Isolated on a white background

Die Beziehung dieser Materieformen bzw. phänomenalen Welten zueinander ist ähnlich der russischen Matrioschka – einer Puppe, die aus mehreren in einander geschachtelten Puppen besteht. Eine Welt (Puppe) entwickelt/evolviert sich, bis die nächste phänomenale Welt in ihren Innerem entsteht, die den Staffelstab der Evolution übernimmt. Die Evolution – im Kontext dieser Theorie – bedeutet ständige Entstehung des qualitativ Neuen. Die phänomenalen Welten sind das qualitativ Neue, dessen Qualität durch seine Phänomenalität aus der vorherigen Qualität heraussticht, so dass sie ihre eigene Beschreibungsebene erhalten muss – die Ebene der phänomenalen Welten.

Die neue phänomenale Welt bleibt einerseits geschützt bzw. gefangen durch die Mutter-Welt, anderseits emanzipiert sie sich weitgehend und beginnt ihre eigene Geschichte. Die Emanzipation ist begründet dadurch, dass, obwohl die neuen Einheiten – die Gründer der neuen phänomenalen Welt – den Gesetzen der Mutter-Welt unterliegen, beginnen sie, diese Gesetze bzw. Wirkungen der vorhandenen Welt zu manipulieren. Die letzten werden kanalisiert, gegenseitig ausgerichtet, um die Wirkung zu neutralisieren bzw. zu schwächen, oder addiert und somit die Wirkung gezielt verstärkt. Mit der „Domestizierung“ der vorhandenen Gesetze, entsteht die neue Materieform, die eine eigene Evolution beginnt – eine neue phänomenale Welt.

Diese Manipulationen werden gezielt von und für die Erhaltung/den Fortbestand neuer qualitativer Einheiten – der Gründer der phänomenalen Welt – vorangetrieben: die Naturkraft (in der Urkraft sind noch alle Naturkräfte vereint) in der Quantenwelt, das Atom in der klassischen Welt, die Zelle im Leben, die Gemeinschaft in der Zivilisation. Diese Einheiten markieren den Beginn der jeweils neuen phänomenalen Welt.

Die quantenmechanischen Gesetze in dem Atom werden nicht aufgehoben, sie finden in einem begrenzten Raum statt – dem Atom, das sich nach außen als eine klassische Einheit äußert (die Extremzustände, in denen Atome, sogar Moleküle verhalten sich wie Quantenobjekte, lassen wie jetzt aus dem Acht). Die Wechselwirkung mit anderen Atomen findet durch ein Austausch bzw. der gemeinsamer Nutzung der Teilchen – Elektronen  und Photonen, der Einheiten der Mutter-Welt statt. Elektronen in äußerem Orbital müssen beide Atome bedienen und sorgen für ihre chemische Bindung. Ein Teil der Photonen, die in einem Atom entstehen und nicht weiter von ihm absorbiert wurden, kann jetzt von Nachbar-Atom recycelt werden.  Die Wechselwirkungen innerhalb Moleküle und in der chemischen Reaktionen werden durch quantenmechanischen Gesetze bestimmt, jedoch dienen sie jetzt der Selbsterhaltungsfunktion der klassischen Einheiten – der Atome, der Moleküle. In der klassischen Welt entfaltet ihre gestaltende Wirkung die nächste Naturkraft – die Gravitation, die in Quantenwelt noch keine gestaltende Rolle gespielt hat. Erst in der neuen phänomenalen Welt – der klassischen Welt – wird sie bedeutend.

Die Zelle ist ein begrenzter Raum, in dem die klassischen (chemischen) Wechselwirkungen domestiziert und für den Erhalt des Ganzen – der Zelle – ausgerichtet wurden. Die Zelle – ein WWN der Moleküle – gründet eine neue phänomenale Welt – das Leben (ein WWN der Lebewesen). Die Funktionsregeln seiner Einheiten und des WWN, das sie gründen unterscheiden sich grundsätzlich von den klassischen Regeln bzw. Gesetzmäßigkeiten und doch entfalten sich alle neue Regeln (Selbsterhaltung, Fortpflanzung, Kommunikation, Anpassung) in dem Rahmen der klassischen Gesetze (die ihrerseits entfalten sich in Rahmen der quantenmechanische Gesetze). Die Selbsterhaltung eine Zelle ist begründet auf einer Abstimmung der chemischen Reaktionen, die in einer bestimmter Sequenz einander folgen und diese Kreisläufer wie Rädchen eines Urwerks greifen in einander, so dass ein komplexes WWN – mit vielen Ebenen entsteht. Die Selbsterhaltung des Ganzen ist auf das Fortbestehen dieses Reaktionsraumes ausgerichtet, das nach außen offen ist, um den Ressourcen-Nachschub für die Funktionsfähigkeit der Zelle (=Reaktionsraum) zu sichern. Es wird alles durch „gewöhnliche“ chemische Reaktion – durch die klassische Welt – gesichert. Nur werden diesen Reaktionen gelenkt, kanalisiert, aneinander abgestimmt um den gezielte Wirkung – das Erhalt des Ganzen und/oder die Fortpflanzung – zu sichern.

Ähnliches passiert in nächste Etappe der Evolution des Lebens. Ein komplexe Lebewesen aus vielen Zellen ist nicht anderes als ein domestizierte WWN der Einzeller (ebenfalls keine einfachen Einzeller, sondern komplexe – s. g. Eukaryoten – Zellen mit Zellkern, nur die im Stande waren ein vielzelliges Lebewesen hervorzubringen). Es wiederholt sich hier auf neue Evolutionsspirale die Vorgänge des zellularen WWN: die Wechselwirkungen der Zellen werden aufeinander abgestimmt, sie selbst in solche Weise differenziert und spezialisiert, dass ein bestimmtes Handeln des Ganzen sowohl nach Außen als nach Innen ermöglichen. Dabei bleibt das komplexe Lebewesen noch „an einem Parkett“ der Gesetmäßigkeiten des Lebens.

Es ist manchmal zu lesen, dass die Beschreibung dieser neuen phänomenalen Ebene mit alten Beschreibungsmitteln (der Physik und der Chemie, oder gar der Quantenmechanik, anstatt mithilfe von Biologie & Co.) nur deswegen nicht gemacht wird, weil es einfach zu komplex wäre. Es ist aber ein Argument, das die tatsächlichen Gründe ausblendet, verschleiert. Wenn wir die Vorgänge im Leben mit der Chemie oder Quantenmechanik beschreiben würden, verlieren wir auf dieser Ebene die Einheiten als Ganzheit aus dem Blick. Das Leben besteht dann aus einem mehr oder weniger verdichtetem Wechselwirkungsnetz der molekularen Wechselwirkungen.

Die lebenden Einheiten sind entstanden durch die Organisation der Einheiten alter phänomenalen Welt und zwar durch Unterordnung der Funktion dieser Einheiten für die Selbsterhaltung der übergeordneten neuen Einheit – dem Lebewesen. Wenn wir das molekulare Netz beobachten, wenn wir folgen den molekularen Wechselwirkungen, werden wir nie verstehen können, warum das WWN gerade diesem Wechselwirkungsschema folgten und nicht dem anderen, das ebenfalls theoretisch möglich wäre. Die Wirkung der zu bildenden neuen Einheit ist selbst organisierend. Lassen wir das neue Selbst durch die Änderung der analysierende Ebene auflösen (gehen wir auf molekulare Ebene unter), geht uns diese selbst organisierender Effekt – gestaltende Rückkopplung der zu bildenden Einheit auf die ihre eigene Prozesse* aus dem Blick. Auch ähnlich dem Einzeller, der das WWN des Lebens bzw. phänomenale Welt des Lebens gegründet hat, hat auch Vielzeller sein eigenes WWN gegründet – eine (biologische Art), deren Wechselwirkungen durch sexuelle Handlungen vollzogen werden.

 

 

*) Es ist eine streitbare These, die dem strengen kausalen Prinzip widerspricht. Meine Ansicht ist die, dass ein WWN hat mit seiner Entstehung ein gewissen (und nicht zu kleinen) Grad der Freiheit in seiner Entwicklung. Die zufällige Konfiguration/Fluktuation des beginnenden WWN einer Einheit wird zum Einem von der Umwelt unterstützt, indem sie gestaltend auswirkt (damit seine ursprüngliche Freiheit geschmälert wird). Der Zustand wird nicht gleich aufgelöst, wie es in der Fluktuation üblich ist, sondern wird durch die Umwelt stabilisiert. Ab einem gewissen Entwicklungspunkt wird das „Selbst“ erweckt, das ebenfalls in seine eigene Entwicklung gestaltend eingreift.

Wenn man die Umwelt als gestaltenden Faktor allgemein akzeptiert, habe ich die Erfahrung, dass mit einer Selbstgestaltung ist es nicht der Fall. M. E. ist es großer Fehler. Man tippt auf die Zufälligkeit der Entwicklung und damit alles erklärt. Zufall als Zauberwort. Die Fluktuation kann (und muss wahrscheinlich) als zufällige Erscheinungen ansehen. Die Wirkung der Umwelt schon weniger. Auch das Selbst im Sinne Selbsterhaltung müsste man als elementarste Form des Mentalen (des Erlebnisses) deuten, das durch die Entwicklung Materie entsteht und auf die Entwicklung Materie zurückkoppelt – im Sinne Selbsterhaltung.

Das gleiche ist zu beobachten auch in dem Fall, wenn wir das Lebewesen (wie etwa den Einzeller) als neue Form anerkennen, dennoch betrachten es isolierend von dem WWN, in dem er integriert ist. Diese Reduktion ist der nächste Fehler, die oft passiert. In Artikel Wechselwirkungsnetz – kurz WWN – gehe ich die Dialektik der evolutiven Einheit und des WWN, das sie gründet, nähe an.

Zuletzt gesagte kann man anschaulich in der Zivilisation verfolgen. Wir verstehen die Zivilisation als ein WWN der Menschen. Dieses egozentrische Weltbild ist ein großes Hindernis in dem Verständnis, dass das zivilisatorisches WWN durch andere Einheiten getrieben wird. Es sind die Gemeinschaften (abweichende Bedeutung in Rahmen dieser Theorie siehe Lexikon).  Die Gemeinschaften haben mehr oder weniger ausgeprägtes Selbsterhaltungsmerkmal. Wenn die Ressourcenknappheit sich zeigen beginnt, entsteht die Konkurrenz. Mit der wachsenden Konkurrenz wächst der Druck Allianzen zu bilden etc. Die zivilisatorische Einheit, die in dieser Umwelt überleben will, wird getrieben ihre strukturelle Organisation an die Umwelt anzupassen. Es fällt uns schwer, insbesondere in dem Kulturraum der aufklärerischen Ideen, der Freiheit des Individuums eine objektiv gegebene rote Linie der Funktionalität der Gemeinschaft zu ziehen. Es ist auch insofern schwer, weil, wenn auch diese rote Linie tatsächlich gegeben ist, ist sie immer aufs Neue gezeichnet – durch immer fortwährende Anpassung Mensch-Gemeinschaft.  Wir verstehen die Gemeinschaft als etwas, was für uns dienen sollte. Wir sind aber schon lange die Einheiten, die der Erhaltung des Ganzen dienen.  Wobei „das Dienen“ hat etwas Provozierendes, was ich eigentlich vermeiden will. Die Gemeinschaft funktioniert in einer Verschmelzung Mensch-Kultur. Die Kultur formt den heranwachsenden Menschen und er wirkt verändernd auf seine Umwelt, er ändert die Kultur. Die Abhängigkeit, die Beziehung ist beiderseits ausgerichtet.

Die Beziehung der Phänomenalen Welten untereinander

Wenn man allgemein über Quantenphysik spricht, implementiert sie alle folgenden phänomenalen Welten, da sie alle aus Teilchen und Kraftfelder bestehen. Spricht man über klassische Physik, sind auch das Leben und Zivilisation dabei, da sie aus Stoffen bzw. Atomen bestehen. Spricht man über das Leben, implementiert es die Gesellschaft. Dennoch in Zuge der Analyse werden wir jede nächste Welt von der vorausgegangenen abstrahieren und konsequent die phänomenalen Welten trennen. Es sollte nicht die Gemeinsamkeiten unterstrichen werden, sondern die Unterschiede: obwohl die neue Puppe immer noch in der alten eingebettet ist, ist sie doch etwas eigenständiges, das eigenen Gesetzen der Selbsterhaltung/des Fortbestands folgt. Durch diese Unterscheidung erwirbt die Materie eine Strukturierung, die für das Suchen nach einem Evolutionsmuster von Nöten ist.

Die entstehende phänomenale Welt wirkt auf die alte rückkoppelnd und wird zur treibenden Kraft ihrer Wandlung. Die alte Welt wird nun nur gewandelt, weitere Variationen herbringen, nicht aber etwas qualitativ Neues. Das Letzte übernimmt die neue phänomenale Welt. Daher sprechen wir über die Übernahmen der Stafette der Evolution von dem Neuen und das Erhaltungsstadium des Alten, in dem es nach der Entstehung neuer phänomenalen Welt übergeht.

Die phänomenalen Welten treten allein auf, im Gegenzug zu der Variation, die innerhalb der phänomenalen Welten entsteht. Wenn auch Viele-Welten Theorie interessant sein sollte, bedeutet sie unabhängige Welten, die in keiner Wechselwirkung bestehen. Eine Variation ist aber immer in einer Wechselwirkung. Daher widerspricht die Theorie der Viele Welten-Theorie der Evolutionsmuster. Die Spiegelungsmuster, den wir in dem Muster allgegenwärtig feststellen können, weißt darauf, dass das andere Kontinuum (mit anderen Dimensionen), zu dem wir keinen physikalischen Zugang haben (und der vielen neu entstehenden Welten beherbergen sollte), müsste in unserer Raumzeit widerspiegeln. Nichts aber deutet in unserer Raumzeit auf annähernd entsprechenden Schlussfolgerung, da hier alle Variationen in einem WWN vereint sind.

Die Ebene der Phänomenalen Welten ist durch ihre Einsamkeit bzw. Alleinsein gekennzeichnet. Aus der Quantenwelt entwickelte sich eine (1) stoffliche-makrokosmische bzw. klassische Welt. Und zwar als Einzelkind, das auf seine Ebene Variationen (von Elementen, Stoffen, makrokosmischen Objekten) entstehen lässt. Aus dem Leben entstand nur eine Zivilisation – als ein WWN der Gemeinschaften. Ob es aus der klassischen Welt nur ein irdisches Leben entstanden, kann zuerst hinterfragen werden. Dennoch auch hier müsste das Leben mit einem Außerirdischen in einer Wechselwirkung stehen(!). Wenn eine außerirdische Form des Lebens existiert hätte, dann wäre sie eine Variation des Lebens bzw. anderen kategorialen Begriffes, die diese Variationen zusammenfasst in einem Leben-Ü(bergeordnetes) Wechselwirkungsnetz. Die Abwesenheit jegliches Anzeichen für diese Wechselwirkung bedeutet nur eins – es gibt ihn nicht.

Der Begriff – phänomenale Welt – ist eng mit der Methode der Analyse verbunden, in der sowohl eine phänomenale Welt im Ganzen und ihre Einheiten als Wechselwirkungnetze kurz WWN betrachten werden. Näheres dazu bitte hier lesen hier#.