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Über mich

Martin Mißfeldt gelungen Dialektik meines Ich festzuhalten: ich bin alt und jung zugleich

Martin Mißfeldt ist es gelungen, die Dialektik meines ICH umzusetzen. Es liegt im Auge des Betrachters, was man zu sehen vermag: eine junge Frau (junger Geist) oder alte Hexe (alter Körper).

Kurz über mich: Ich bin 1957 im sibirischen Tomsk als Tochter eines Litauers, dessen Familie von der sowjetischen Besatzung noch vor dem Krieg nach Sibirien deportiert worden ist, und einer Russin, die aus einem entlegenen Taiga-Dorf stammt, geboren. Mit 7 Jahren ist unsere Familie zu den Wurzeln des Vaters – nach Litauen – zurückgekehrt. Dort habe ich ein Architektur-Studium erfolgreich abgeschlossen und meinen beruflichen Weg gegangen. In der wirtschaftlichen Krise, die der Zusammenbruch der Sowjet-Union eingeleitet hat und sich zuerst im unabhängigen Litauen fortsetzte, bekam ich die Möglichkeit in Deutschland zu arbeiten. Hier habe ich meinen deutschen Mann kennen und lieben gelernt und bin hier geblieben.

Die Kultur, die Beziehungen zwischen Kulturen und zwischen Gesellschaften interessierten mich schon immer, denn deren Widersprüchlichkeit bzw. Unverträglichkeit war ich täglich ausgesetzt. Schon in jungen Jahren war mir klar, dass die biologische Evolution die kulturelle nicht erklärt. Die Erklärung der biologischen Evolution ist schlüssig und logisch, so dass ich nie daran gezweifelt habe, wenn ich auch aus meiner heutigen Perspektive bestimmte Thesen anders akzentuiere, so dass manche Evolutionsfaktoren in den Hintergrund treten, andere jedoch aus dem Schatten ins Licht gezogen werden.

Vor 10 Jahren bin ich zufällig auf „Die Macht der Meme – oder – Die Evolution von Kultur und Geist“ von Susan Blackmore gestoßen, die in englischer Sprache bereits 1999 erschienen ist und die eine Idee von Richard Dawkins weiter verfolgt. Diese Ideen hatten ein gesellschaftliches Echo ergeben. Ich hatte das Buch gegriffen und verschluckt, in der Erwartung endlich eine Antwort zu bekommen. Die Enttäuschung war proportional der Erwartung. Es war aber auch mehr darin. Ich bin letztendlich – als Konsumentin der wissenschaftlichen Erkenntnisse – enttäuscht worden, was mir hier von den Wissenschaftlern aufgetischt worden ist. So dass ich mich meinerseits, wie in der Redensart: „Wenn der Berg nicht zu Mohammed kommt, dann geht eben Mohammed zum Berg“, entschlossen habe selbst nach Antworten zu suchen. In der Homepage resultiert sich meine Forschungsarbeit von diesen 10 Jahren.

Ich bin naturwissenschaftlich veranlagt. Daher befasste sich meine Forschung fast ausschließlich mit Naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, die sich in den letzten Jahrzehnten ereigneten. In meiner Schulzeit kannte man die Endosymbiosen-Theorie nicht, die philosophischen Erkenntnisse aus der Quantenforschung waren auch nicht dem breiten Publikum bekannt. Man hat etwas registriert und es als bizarr und dem Laien sowieso nicht nachvollziehbar abgestempelt. Die Fachwissenschaftler trugen dazu bei. Die oft anzutreffende Abwandlung von dem berühmten Satz des Gründers der Quantenphysik Niels Bohr: „Wer die Quantenphysik verstanden hat, der hat nichts verstanden“ (bei Bohr: „wer von Quantenphysik nicht entsetzt ist…“) trug dazu bei, dieses Feld den Profis zu überlassen.

Ich habe eine persönliche Erfahrung, wie etwas Unvorstellbares zu dem Vorstellbaren werden kann (wobei ich eine Vorstellung nicht gleich mit einem visuellen Bild setze; man hat eine Vorstellung über Recht, ohne diese Vorstellung visuell zu bekleiden). Einzige Voraussetzung: Man darf sich nicht zu viel von dem etablierten Wissen angeeignet haben. Wenn ich etwa 10-12 Jahre alt war, hat mich mein Vater nach einer wissenschaftlich-populären Lektüre nachdenklich gefragt: Kannst du dir vorstellen, dass, wenn man immer geradeaus geht, man zum Ursprung zurückkehrt? Ich hatte meine Augen geschlossen und mir vorgestellt, wie ich im Universum fliege, immer und immer geradeaus. – Ja, ich konnte es mir vorstellen. Im Gegensatz zu meinem Vater, einem Ingenieur, der euklidische Geometrie alltäglich benutzt.

Es ist schwer einen gedanklichen Sprung zur Seite zu machen (und evtl. etwas Neues zu entdecken), wenn man im Geist immer eine gut befahrene Straße nutzt. So ähnlich verhielt es sich mit den Gründern der Quantenphysik, die zwar „die befahrene Straße der euklidischen Geometrie“ verlassen haben, sich dennoch auf dem neuen Terrain unsicher fühlten. Daher versuchte man den neuen Weg mit alten Pflastersteinen zu bedecken. Ich denke aber, allmählich wurde der Pfad der Quantentheorie selbst zu einer befahrbaren Straße, mit ihren eigenen Pflastersteinen.

Der Umstand, dass ich Architektin bin, die mit der Form täglich zu tun hat, hat mir in meiner eigenen Forschung geholfen. Zum Anderem sah ich die Fakten – die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse – unvoreingenommen an. Ich bin von allen gleich distanziert, so dass ich es nur als eine Gebirgskette am Horizont sehen kann. Wenn ich mich durch meine Forschung dem einen oder anderen „Berg“ nähere, behalte ich trotzdem die Gebirgskette im Blickfeld.

Mein Problem besteht darin, dass ich ein durch die Forschung klar gewordenes Bild jetzt anderen übermitteln muss. Anfangs hatte ich mich in einem dichten Nebel befunden. Ich stolperte auf Hindernisse, kehrte zurück und begann wieder mich fortzubewegen. Nach und nach löste sich der Nebel auf. Ich begann die Konturen zu erkennen, die sich zu einem schlüssigen Bild resultierten. Das interessante daran ist aber, dass der Nebel keine äußere Erscheinung war. Den ähnlichen Prozess, nehme ich an, erlebt ein Baby beim Sehen, dem Sinn, der erst erlernt werden muss. Diesen Prozess des Lernens kann ich auch Ihnen nicht ersparen. Ich kann ihn aber wesentlich verkürzen und Sie auf eine Lichtung im Nebel führen.