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Methode: Das Wechselwirkungsnetz (WWN)

Um die Analyse und den Vergleich verschiedener Materieformen bzw. phänomenalen Welten zu ermöglichen, sind nicht Objekte bzw. Gegenstände untersucht worden, sondern ein Wechselwirkungsnetz, kurz WWN. Diese Methode lässt uns dem Diktat der sinnlichen Wahrnehmung entgehen und z. B. eine Gemeinschaft, ein Wirtschaftsnetz oder ein Staat als gleichwertige Einheiten anzusehen wie die Zelle oder ein mehrzelliges Lebewesen, die ebenfalls WWN-e sind. Zugleich hilft es unserem egozentrischen Weltbild entgegen zu wirken. Wir abstrahieren uns von der Perspektive des Menschen mit seiner sinnliche Wahrnehmung der Welt. Gerade in Postulierung der zivilisatorischen phänomenalen Welt ist es von der Bedeutung, weil der Mensch hier nur eine interne Teileinheit einer evolutiven Einheit – einer Gemeinschaft – ist, die die zivilisatorische Welt gegründet hat. Wir abstrahieren uns und werfen unseren geistigen Blick auf dieses Netz so zusagen von außen. Das Denken, das Fühlen eines Menschen sind irrelevant. Wichtig sind nur die Äußerungen des Menschen, die seine Umwelt verändern. So bleiben wir in gewissem Maße vom Subjektiven fern (abgesehen von der Tatsache, dass diese abstrahierte Sichtweise sich zwangsweise auf dem Subjektiven  beruht – dem eigenen Denken).

Die Einheiten des W-W-Netzes

Der Kern der Methode besteht daran, dass wir die Einheiten des WWN ausblenden, wir abstrahieren sie in gewissem Sinne von dem WWN. Die Knoten – die Einheiten des Netzes – sind für uns nicht sichtbar, als wären sie eine Art schwarzer Löcher. Uns steht nur die (evolutiv ältere) Umwelt bei unserer Analyse zu Verfügung. Auf das Vorhandensein der Knoten schließen wir aufgrund der beobachtbaren Veränderungen der Umwelt zurück.  Im Grunde ist es der Mechanismus unserer sinnlichen Wahrnehmung, die wir hier konsequent durchziehen: wir sehen nicht die Gegenstände selbst, sondern deren Spuren in dem sichtbaren Spektrum der elektromagnetischen Umwelt bzw. deren Störung. Wir haben gelernt, diese Störungen in Bezug zum Verursacher der Störung zu zuordnen, dadurch ergibt sich visuelle Wahrnehmung eines Gegenstandes.

Auf diese Weise, wenn wir auch die Einheiten in unserer Analyse doch begrifflich nennen bzw. identifizieren, es steht stetig dahinter das Verständnis: Es sind immer die Veränderungen des Netzes, die wir zu diesen Einheiten einordnen. So etwa, wenn wir in einem Spiegel die Aktionen des Menschen, der hinter einer Wand steht und uns nicht direkt sichtbar ist, beobachten, dann sprechen wir über Aktionen des Menschen und nicht erst über das Spiegelbild. Dieser Umstand muss uns immer bewusst sein.

Um in der Komplexität der verschiedenartigen Wechselwirkungen nicht zu verwirren, gilt eine Regel: Die Knoten des WWN sind immer gleichartigen Einheiten (es gibt noch die rückkoppelnde Kultur, dieses Thema behandeln wir hier aber nicht). So sind etwa Gründer jeweils einer phänomenalen Welt gleichartig. Sie interagieren mit der fremden Umwelt (durch ihre Offenheit) und –  was für das WWN essentiell istmiteinander.  Aufgrund ihrer gleichartigen Beschaffenheit haben sie ähnliches Bezug zu der Umwelt, die sie annähernd gleich deuten können. Es ist die Basis für die Wechselwirkungen zwischen den Einheiten des WWN, für das die Entstehung einer Kommunikation in der a-Evolution so zu sagen, gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Entstehung einer qualitativ neuen Einheit in der Evolution geht immer mit der Entstehung eines WWN, in dem die neue Einheit als sein Knoten auftritt, einher.

In der Quantenwelt wird die Wechselwirkung durch den Austausch der Ladungen bzw. Energie vollzogen. Hier gibt es nicht – wie in späteren phänomenalen Welten – eine fremde (evolutiv ältere) Umwelt. Ich denke, man kann nicht grundsätzlich verneinen diese Umwelt, dennoch gehört sie nicht zur unserer Raumzeit und kann daher nicht als evolutiv ältere – auf der Achse unserer Zeit – betrachtet werden. In einer Wechselwirkung tritt jedes Teilchen für den anderen als eine Umwelt auf, die es gestaltend bewirkt und im Gegenzug selbst bewirkt wird (siehe Mechanismus: Urheber, Kultur und die Umwelt).

Die Wechselwirkungen der stofflichen-makrokosmischen Welt werden von den Atomen vollzogen. Es sind chemische Reaktionen, der Austausch der kinetischen und Dreh-Impulse. Makrokosmische Einheiten bringen die Gravitationskraft in Spiel. Es entsteht ein komplexes Geflecht der Wechselwirkungen, in dem Geschehnisse auf der Makroebene in die Mikroebene gestaltend eingreifen. Die Rückkoppelung der Mikroebene, auf der die stoffliche Wechselwirkungen voranschreiten, auf die Makroebene ist nicht aus erstem Blick ersichtlich. Dennoch eine Wirkung geht grundsätzlich mit einer Gegenwirkung einher. Die Frage ist nur, ob wir es in dem Fall vernachlässigen können. Meiner Überzeugung nach, wenn wir ganzheitliche Perspektive annehmen, – NICHT.

Das WWN schreitet durch Wechselwirkungen der Lebewesen vor. Die Lebewesen sind „die Schwarzer Löcher“ des WWN. Wir können die Veränderungen der Umwelt beobachten, ggbfs. die Veränderung der Dynamik der Umwelt auf eine Veränderung (Mutation) Lebewesen zurückschließen. Die Evolution des WWN des Lebens geht in die Richtung des Anschlüsses an verschiedenen Energie- und Stoffquellen, und dei Beschränktheit der letzten fordert sowohl Konkurrenzverhalten als ihre dialektischen Gegenstücke: die Partnerschaft, Allianzen etc. Das WWN des Lebens zeigt anschaulich, wie wachsende Entropie durch einen Informationszuwachs begleitet wird, wird gar von ihr erzeugt. Eine Krake, die ihre Farbe nach Bedarf ändert, hat nicht einfach sich selbst verändert. Sie hat ein Informationfluss erzeugt, das eben nicht da war, und dieser Information ist an bestimmte Empfänger gerichtet: mit Signalfarbe das andere Lebewesen abschrecken bzw. durch Anpassung auf Umgebungsfarbe täuschen.

Das WWN (allgemein) pflanzt sich fort bzw. selbsterhält sich durch die Wechselwirkungen zwischen seiner Einheiten. Daher ist das Entstehen der Parasiten und Jäger aus dieser Perspektive gesetzmäßig, weil es die Dynamik des WWN erhöht: Mit der Ausscheidung eines Lebewesens entsteht „ein Loch“ in dem Netz, das auf seine Umgebung auswirkt. Grafisch könnte man sich das WWN als eine sich ständig  verändernde Landschaft vorstellen, die durch Entstehung der Erhebungen bzw. Senken, die Wechselwirkungen beeinflusst. Die Ausscheidung eines Lebewesens reist ein Loch in dem WWN. Es wäre so als „das Loch“ hätte eine Senke entstehen lässt, so dass umgebende Wechselwirkungen gezwungen werden „den Loch“ zu schließen, indem sie dem Gefälle folgen. Hier bietet sich eine Analogie mit der Krümmung des Raumes, der massenhafte Objekte in ihren Bahnen beeinflusst.

In der Zivilisation wechselwirken die Gemeinschaften und andere zivilisatorischen Einheiten (die in der Zivilisation alle unter dem Sammelwort: Gemeinschaft geführt werden, ähnlich dem Lebewesen in dem Leben, dessen Begriff sowohl einen Einzeller als eine Pflanze bis zum komplexen Tier umfasst), die in Folge der zivilisatorischen Evolution entstehen. Ähnlich der lebenden Welt werden Wechselwirkungen zuerst durch den Austausch von kulturellen Errungenschaften in Form von Artefakten, die Naturressourcen, die Ideen, die Erfahrungen und das Wissen ausgetauscht. Auch werden die Menschen selbst, als Braut/Bräutigam, oder als Sklave, oder als ein Handwerker, oder ein Flüchtling, oder ein Gastarbeiter etc. ausgetauscht. Die fortschreitende Zivilisation hat so gut wie ganze Leben samt Planet domestiziert. Es gibt keine Räume, die nicht als staatliche Eigentum angesehen würde, oder die von Gemeinschaften (=Unternehmen) für die Ressourcengewinnung nicht ausgebeutet wurden. In dem Sinne kehrt Zivilisation nach langen Umweg auf die Gegebenheiten der Quantenwelt, in der fremde Umwelt nicht gab. So kann man Zivilisation in einer Fusion mit (ganzen) Leben, der stofflichen-makrokosmischen Welt (Erde und Co. ) und Quantenwelt (Sonne und Co.) sehen.

Die Überlagerungen der WWNetze

Das zivilisatorische WWN als Analysenobjekt ist besonders interessant, weil es veranschaulicht, wie die separaten – räumlich abgegrenzten – Einheiten, die ihrerseits ebenfalls ein WWN darstellen, ein überlagerten WWN erzeugen, das diese Einheiten zusammenhält. Wir können beobachten, wie zuerst das religiöse Netz sich ausbreitet, sich in staatlichen Strukturen („vertikal“) verankert ggf. löst „die Schockwelle“ aus, die die Gründung der staatlichen Strukturen erst auslöst. Es ist ein ein evolutives WWN, das selbstorganisierendem Muster folgt. Er zeigt die Sozialisierungs-, Differenzierungs-Eigenschaften, die wir in dem phänomenalen WWN (siehe Annahme: Phänomenale Welten) beobachten können.

Die andere bedeutende Netzüberlagerung erzeugt das Wirtschaftsnetz. Wenn Kulturräume – auch in einer globalisierten Welt –die ganze Welt umspannen, bleibt ihre Variation erhalten. Sie alle überlagern sich – mehr oder weniger. Das Kultur-Transfer, das zwischen den Gemeinschaften und staatlichen Strukturen auf „horizontalem“ Weg stattfand, findet in den global umspannten Kulturräumen „vertikal“ statt. Das Ergebnis dieser „vertikalen“ Verknüpfungen wirkt sich nachher in eigenem WWN „horizontal“ aus und hält damit seine Dynamik und Wandlung aufrecht und sichert damit sein Fortbestehen.  Das Wirtschaftsnetz ist zwar von Anfang an differenziert: Es sind die Produktion bzw. Leistungen, der Handel, der Finanzmarkt, dennoch betrachten wir es hier vereinfachungshalber als ein WWN. So können wir beobachten, wie die Entwicklung dieses Netzes innerhalb der staatlichen Strukturen auf die staatlichen Handlungen auswirkt. Die Wirtschaft ist eine staatliche kulturelle Errungenschaft, die in einer Rückkopplung mit den staatlichen Institutionen ist und sie beeinflusst, sie zur Expansion treibt, um ihr eigenes Fortbestehen und Weiterentwicklung zu sichern. Interessant ist auch, wie das religiöse WWN das expansive Bestreben des Wirtschaftsnetzes unterstützt, es verstärkt und es für eigene Expansion nutzt. Dort, wo sich der Druck zur Expansion in allen drei WWN überlagern, werden sie verstärkt und dort entfaltet sich die größte expansive Kraft.

Das Netz als die Störung der vorhandenen Dynamik

In einem WWN sind die Netzteilnehmer abstrakte Knoten, drum herum befindet sich „eine Landschaft“ – die Umwelt. Vorher angesprochene Regel beinhaltet die Ausblendung der Knoten. Konsequenterweise müssten wir es auch die „untergeordneten“ Einheiten ausblenden, weil auch sie die Teile eines WWN sind, ihres eigenen WWN. Dennoch können wir etwas „sehen“, wenn wir zum „Wahrnehmungsregel“ machen: Wir beobachten nicht einfach die Umwelt, sondern nur gewissen Aspekt – nämlich die Dynamik der Umwelt. Wir können – nach unseren festgelegten Regeln – nur die Veränderungen sehen, die einerseits durch die Wirkung der Knoten des analysierbaren WWN entstehen, anderseits durch eigene Entwicklung der fremden Umwelt, die aus sich heraus dynamisch ist. Insofern muss uns die fremde Umwelt so vertraut sein, dass wir die Abweichungen von dessen gesetzmäßigen eigenen Dynamik registrieren, nicht aber jede Dynamik. Die Differenz zwischen der erwartenden und tatsächlichen Dynamik zeigt uns die Störungen, die wir als Bezug zu dem Neuen (WWN-Knoten) deuten. Z.B. das Wachstum der Stoffwechselprodukten-Konzentration um eine Zelle fällt in der stofflichen Welt auf, da es auf „natürlichem“ Wege auf diese Weise, unter diesen Umständen nicht passieren kann. Es sticht aus der stofflichen Welt heraus, es ist eine Störung in seiner komplexen Landschaft der chemischen Reaktionen. Die anderen Teilnehmer dieses WWN lernen schnell die molekularen Änderungen zu deuten und das Konzentrationsgefälle zeigt die exakte Position des Verursachers dieser Störung.

Diese Beide Dynamiken zu unterscheiden wird unsere Wahrnehmungs- bzw. Analysen-Kunst zu sein. Sind die Veränderungen auf internen Prozesse der Umwelt zurückzuführen, können sie ausgeblendet sein. Nur die Abweichungen nehmen wir wahr, weil sie auf die Netzteilnehmer bezogen werden können. An dieser Stelle möchte ich eine Parallele zu der Quantenphysik aufzeigen. Dort wird Materie als der Schaum, der sich aus der ununterbrochenen Kaskade der Wechselwirkungen zwischen elementaren Teilchen ergibt, verstanden. Was ist eine Wechselwirkung? – Eine nicht greifbare Aktion. Zwei Teilchen hat Ladungen ausgetauscht und das war’s. Die Materie ist nicht diese Teilchen, sondern ihre Dynamik, ihre Wechselwirkung. Die Teilchen selbst werden als Störungen der Kraftfelder verstanden. Die Teilchen entziehen sich unserer Beobachtung entziehen und zwar objektiv bzw. prinzipiell und nicht wie oben beschrieben, nach unseren festgelegten Regeln. Nur wenn sich die Teilchen treffen und miteinander wechselwirken, ergibt sich die Störung der vorhandenen (Wellen-)Dynamik und als Folge dieser Störung können wir die Teilchen identifizieren.

Ein Knoten befindet sich in Ladung-, Energie-, Stoff-, Informationsaustausch mit der Umwelt. Die Dynamik des W-W-Netzes ist zuerst durch eine relativ breite – radiale – Wirkung „schwarzes Loch“ (=Knoten) gekennzeichnet: Man nimmt etwas aus der Umwelt heraus und fügt etwas dazu. Durch diese Dynamik krümmt der Knoten im gewissen Sinne die Landschaft. Dadurch werden Knoten sichtbar, wie etwa uns die Erdhaufen am Austritt eines Erdlochs die Anwesenheit eines Maulwurfes verraten, den wir nicht sehen.

Wachsen „die Haufen“, wird der gestaltende Druck, der auf diese Weise veränderten Umwelt (= der kulturellen Veränderung der Umwelt) auf den Urheber zurückkoppeln. Die nächsten evolutiven Einheiten (egal ob es die Sterne oder Lebewesen waren) werden sich an diese Umwelt anpassen müssen und jede phänomenale Welt weiß eine eigene Antwort darauf (sowohl die Sterne, als auch die Lebewesen ändern ihre Eigenschaften und damit verbundene Wirkungen auf die Umwelt).

Noch interessanter ist zu beobachten, die nicht durch ihre (energetische) Offenheit bedingte Wechselwirkung mit der fremden Umwelt, sondern die Wechselwirkung des WWN schlechthin. Diese Wechselwirkung bezieht sich auf die Wechselwirkung zwischen den Einheiten des WWN. Wie schon oben erwähnt, diese Wechselwirkung ist für das WWN essentiell, nicht die Wechselwirkung mit der Umwelt. Hier ist Interessantes zu entdecken.

Der Mehrwert des WWN

Eine von den positiven Folgen der Methode ist, dass sie uns veranschaulicht, wo der Mehrwert, die Differenz zwischen der Summe und dem ganzen (Aristoteles) ist, oder was man unter Synergie bzw. Emergenz verstehen muss. Abgesehen von der direkten Übergabe körpereigenen Stoffes bzw. Energie auf direktem Weg (sexueller Akt, horizontaler Gentransfer, Austausch von Ladungen, etc.) wird die (fremde) Umwelt als Zwischenmedium für die Wechselwirkungen benutzt. Mit der Ausblendung der eigentlichen Einheiten, beobachten wir eine kulturell veränderte Umwelt, die eine Information über die ausgeblendeten Einheiten trägt. Gerade diese Information kann (aufgrund der Gleichartigkeit und annähernd gleicher Deutung der Umwelt von den „Knoten“ des WWN) als Sprache verstanden werden, die der Kommunikation der Netzteilnehmer dient. Diese Information bleibt in den Kanälen des WWN, wenn wir auch die Summe – die Knoten des WWN – ausblenden. Die Information ist der Mehrwert.

In der Evolution des WWN ist eine interessante Gesetzmäßigkeit zu entdecken, die am anschaulichsten in dem WWN des Lebens zu verfolgen ist. Die kulturellen Veränderungen des WWN werden von den Netzteilnehmern gedeutet, sie werden zur sexuellen Kommunikation, zur Täuschung, zur echten Kommunikation, wie die Sprache benutzt. Es heißt, die kulturellen Veränderungen beginnen zurück zu koppeln (siehe auch Mechanismus). Wenn ein Stoff vorher als notwendiges Stoffwechselprodukt ausgeschieden wurde, wird es von anderen Lebewesen als Ressource für den eigenen Stoffwechsel benutzt oder von ihm in Bezug auf den Urheber gedeutet, der seine Beute bzw. sein Jäger sein dürfte. Es wäre für ihn eine Information, die seine weitere Reaktion bewirken müsste (nähern oder sich entfernen).  Es entsteht eine „kausale“ Kette der Wechselwirkungen, die entlang dieser Informations-Deutungs-Linie geht. Die Lebewesen beginnen gezielt ihre Umwelt und sich selbst  zu verändern, um eine bestimmte Botschaft zu übertragen bzw. zu täuschen. Aus dieser Perspektive gesehen, ist die Entwicklung eines WWN eine fortschreitende Sättigung mit der Information*. Eine Entropie des WWN (als offenes System) scheint den energetischen Verlust durch die Entstehung der Information (die vorher nicht da war) in gewisser Weise auszugleichen.

*) Informationsbegriff wurde hier nicht im technischen Sinne benutzt. Es ist die Information, die eine Bedeutung in sich trägt. Es heißt, von jemanden gedeutet werden kann.

Die Sättigung können wir auch in der zivilisatorischen Evolution beobachten. Ich denke, es müsste auch mindestens für die klassische Welt gelten. Bis jetzt wird angenommen, dass nur die Naturgrundkräfte die Selbstorganisation des Universums regeln. Es könnten auch hier neue Deutungsebenen entstehen, die z.B. die Frequenz und die Abfolge der elektromagnetischen Strahlung und/oder Gravitationswellen für ihre Kommunikation nutzen. Hier stellt sich mir wieder die Frage, die ich in der Theorie nicht weiterverfolge, weil sie mentalen Ursprungs ist. Dennoch zeigt gerade dieser Aspekt, dass nur die materialistische Erfassung der Welt eine reduktionistische Beschreibung ist. Dann brauchte man evtl. nicht die dunkle Energie zu postulieren bzw. ihren Ursprung gerade in diesem Kommunikationskanal entdecken…

Vertikale und horizontale Wechselwirkung

Die Evolution lässt ein ursprünglich „flaches“ W-W-Netz vertikal anwachsen. Es bilden sich immer mehr Schichten der W-W-Netze, die vertikal verknüpft sind. Ein „normales“ WWN stellen wir uns in einer horizontalen Ausrichtung vor, da es die Wechselwirkungen zwischen den Einheiten (Knoten) repräsentiert.  Eine vertikale Verknüpfung entsteht z. B. durch einen radioaktiven Zerfall, durch einen Asteroiden, der auf der Erde aufschlägt, oder einen Vulkanausbruch. Sie alle greifen in die „natürliche“ Entwicklung des Lebens. Es ist „ein Blitz“, mit dem sich ein WWN in das andere „entlädt“. Diese Dynamik kann sich, wie auch ein tatsächlicher Blitz, ohne Folgen entladen. Oder es kann die Störungen in horizontalen Wechselwirkungen verursachen und sich damit in seine Entwicklung einmischen. Z.B. kann ein Materialfehler ein Flugzeug zum Absturz bringen. Es ist eine vertikale Verknüpfung des zivilisatorischen WWN mit der stofflichen WWN. Ein Flugzeugabsturz, der von Terroristen verursacht wurde, gehört zu den Wechselwirkungen, die sich in dem gleichen (horizontalen) W-W-Netz entfalten, da es aus seiner internen Entwicklung hervorgeht.


Beziehungsnetz

Die Methode der Analyse fasst hauptsächlich ein WWN, dessen Grundmerkmal ist: Seine Existenz ist durch die Wechselwirkungen der Knoten (Netzteilnehmer) aufrechterhalten. Diese Wechselwirkungen sind das Kit für das WWN, das selbst als eine Einheit bzw. Ganzheit (in der Theorie ist es gleich) verstanden werden kann und muss. Es gibt aber noch ein Netz, das vollständigkeitshalber hier erwähnt werden muss, nämlich ein Beziehungsnetz. Die Beziehungen stehen zwar mit den Wechselwirkungen in einer Kopplung, sind aber nicht das Gleiche. In Wikipedia gibt es verschiedene Begriffserklärungen, unter anderen die Beziehung, die zu einer Wechselwirkung als Synonym verstanden werden kann. In der a-Evolutionstheorie wird die Beziehung als ein Verhältnis verstanden. Dieses Verhältnis entsteht durch eine Vorspannung, die in das Agieren der Teile des WWN eingreift bzw. es bestimmt oder in bestimmte Richtung lenkt.

In der allgemeinen Evolution haben wir ständig mit der Entstehung solcher vorgespannten Feder zu tun. Biologisch gesehen haben die Geschlechter diese Spannung/die Beziehung zum anderen Geschlecht. Jäger und Beute haben eine Beziehung. Die geladenen Teilchen haben eine Beziehung. Die massenbehafteten Teilchen haben eine Beziehung usw. Ein Mensch, in seinem Bildungsweg zum Erwachsenen wird vorgespannt, er wird in einem Verhältnis zu politischen, ethischen, weltanschaulichen, etc. Ideen gestellt. Sein Denkvermögen und die Beobachtungsgabe lassen ihn sich mit der von außen getriebenen Vorspannung auseinandersetzen. Er kann zwar die Vorspannung mildern oder ggf. auch in ihr Gegenteil verwandeln. Dennoch können wir das Vorhandensein dieser kulturellen Vorspannung nicht ignorieren.

Ich möchte hier nur kurz dieses Phänomen – das Beziehungsnetz umreißen. In der Theorie nimmt es wenig Platz – in der Quantenwelt, wenn es um die Naturkräfte geht. Dennoch spielt – nach meiner Überzeugung – das Beziehungsnetz eine wesentliche Rolle auf der Ebene des Mentalen. Unter dem Mentalen verstehe ich die geistige Manifestation der Bedeutungen. Bedeutungen wechselwirken nicht miteinander, sie stehen miteinander in einer Beziehung. Das Beziehungsnetz spiegelt viele Vorgänge des WWN (oder umgekehrt), außer dass hier keine Wechselwirkung stattfindet: Es expandiert, differenziert und sozialisiert usw. Das Thema werde ich noch später im Blog-Bereich – Das Weltanschauliche – behandeln